Die G20 und das Treffen der 2000

Der „Alternativgipfel“ blickt nach vorn

Donnerstag, 14. September – 19:00
Kampnagel, Jarrestr. 20, 22303 Hamburg

Hamburg hat gezeigt: Die G20 verteidigt mit ihrem „Weiter-so“ ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze und die Welt in die ökologische Katastrophe treibt, mehr Kriege auslöst und neue Fluchtursachen schafft statt Politik zu machen für ein „Gutes Leben für Alle“.

Auf unserem Gipfel für globale Solidarität haben wir mit 2000 Menschen Alternativen zu dieser Politik vorgestellt und diskutiert. Welche Konsequenzen ziehen wir aus den Ereignissen? Wie kann und sollte ein „politischer Fahrplan“ aktuell aussehen? Wie können verschiedene Bewegungen besser zusammenarbeiten?

Der Abend wird von Simon Teune (TU Berlin / Institut für Protest- und Bewegungsforschung) mit einer Einschätzung des medialen Echos auf die verschiedenen Protestformen in Hamburg eingeleitet. Auf dem Podium diskutieren:
– Roland Süß (Attac) zu Handelspolitik
– Karsten Smid (Greenpeace) zu Klimapolitik
– Bruno Watara (AfriqueEurope Interact) zu Flucht & Migration
– N. N. zu Krieg & Frieden
Moderation: Dr. Anke Butscher

Wir freuen uns, mit Alternativgipfel-TeilnehmerInnen und allen Interessierten unsere Suche nach politischen Alternativen und gemeinsamen Lösungswegen fortzusetzen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Kampnagel statt.
Der TrägerInnenkreis des Gipfels für globale Solidarität

Am Freitag, 15.9. blickt die G20-Plattform unter dem Titel „G20 – das war der Gipfel – Aktivist_innen und Betroffene berichten“ auf die Ereignisse zurück. Die Veranstaltung findet von 16 -22 Uhr statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

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Das war der Gipfel für globale Solidarität

Ein Gipfel der Vielen

Am 5. + 6. Juli sind wir in Hamburg zum Gipfel für globale Solidarität zusammengekommen. Weit über 2000 politisch interessierte  und aktive Menschen besuchten die 11 Podien in der Kulturfabrik Kampnagel und die über 70 Workshops in der näheren Umgebung. Die Kampnagel-Fabrik wurde für zwei Tage ein Ort der intensiven Suche nach politischen Alternativen und gemeinsamer Lösungswege.  

Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Politiker*innen aus über 20 Ländern kritisierten die Politik der G20, sie benannten Alternativen und tauschten sich über Strategien zu ihrer Umsetzung aus. Getragen wurde der „Gipfel für globale Solidarität“ von einem breiten Bündnis aus 77 Organisationen und Initiativen.

Eindrücke und Diskussionen vom Alternativgipfel findet Ihr hier.

Bunter Protest für eine Politik globaler Solidarität

Der „Gipfel für globale Solidarität“ war ein Ort der vielstimmigen Debatte und Teil eines Dreiklangs, der am 7. Juli um Aktionen des zivilen Ungehorsam und am 8. Juli um die Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ mit 76.000 TeilnehmerInnen ergänzt wurde.

Etwa 70 Journalist*innen von Print, Hörfunk und TV aus dem In- und Ausland waren vor Ort. Sie berichteten über den Alternativgipfel und führten Interviews mit Referent*innen wie Teilnehmer*innen.

Einen aktuellen Pressespiegel findet Ihr hier. Hier findet ihr zudem unser Abschlussstatement vom 14.07.2017.

Eine andere Politik ist nötig, denn

  • Die G20 verteidigt ein System, das die soziale Ungleichheit auf die Spitze treibt, statt Politik zu machen gegen die Verelendung und den Hunger, für Gerechtigkeit und Wohlstand für alle weltweit.
  • Viele Regierungen der G20-Staaten beschneiden die Rechte der Beschäftigten, der Erwerbslosen und der kleinen Selbständigen und verschärfen so die Umverteilung von unten nach oben.
  • Wirtschaftswachstum ist ihnen wichtiger, als die globale Erwärmung und die Vernichtung der natürlichen Lebensgrundlagen zu stoppen.
  • In Reaktion auf die Finanzkrise 2008 sollten innerhalb der G20 globale Regeln für eine stabile Finanzwirtschaft vereinbart werden, um diese in ihre Grenzen zu verweisen. Stattdessen ist der Finanzsektor immer weiter gewachsen. Dieser nimmt nun auch die Natur oder Infrastrukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge als neue Kapitalanlagen in den Blick.
  • Viele G20-Regierungen billigen Waffenexporte, rüsten auf und führen Kriege, etwa in Afghanistan oder in Syrien – ja sogar gegen Teile der eigenen Bevölkerung, wie in der Türkei.
  • Die Politik der G20-Regierungen trägt zur Flucht und Migration von Millionen Menschen bei. Gleichzeitig machen viele dieser Regierungen die Grenzen dicht und nehmen so in Kauf, dass jedes Jahr Tausende Menschen sterben.
  • In vielen Staaten der G20 werden Grundrechte und Demokratie abgebaut. Menschen, die sich für soziale und ökologische Belange sowie Menschenrechte einsetzen, werden kriminalisiert.
  • Obwohl die G20 vorgibt, internationale Zusammenarbeit zu stärken, werden die UNO und ihre Fachorganisationen durch ihre Politik de facto geschwächt.

Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel

Die Suche nach solidarischen Alternativen zur Krisenpolitik der G20 und den undemokratischen Tendenzen weltweit ist mit dem Alternativgipfel nicht abgeschlossen. Mehr denn je ist es notwendig, dass diejenigen, die eine andere Politik wollen oder bereits praktizieren, sich verständigen, wie wir in dieser Situation eine Wende erreichen können. Wir müssen die Zusammenhänge der globalen Probleme untersuchen und sie an der Wurzel packen. Wir fragen:

  • Wie überwinden wir Armut, Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Naturzerstörung?
  • Wie können wir soziale Rechte global durchsetzen?
  • Wie können wir partizipative und demokratische Rechte stärken?
  • Wie bekämpfen wir effektiv Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie?
  • Wie erreichen wir ein Gemeinwesen, das auf Kooperation, Selbstbestimmung und Solidarität basiert?
  • Wie sieht eine Wirtschaft aus, die dem Menschen dient und nicht den Profitinteressen?
  • Welchen Grundsätzen sollte globale Politik, einschließlich die der G20, folgen? Und wie sehen alternative Politikansätze aus?

Informationen zur G20 und politischen Alternativen findet ihr hier. Wenn ihr mit den Organisationen hinter dem Alternativgipfel in Kontakt bleiben oder selber aktiv werden möchtet, findet ihr hier die Liste unserer Kooperationspartner.

Wir bedanken uns bei allen Referent*innen, Teilnehmer*innen und tatkräftigen Unterstützer*innen, die den G20-Alternativgipfel zu einem so vielfältigen und großartigen Ereignis gemacht haben. Wir hoffen, dass neue Erkenntnisse und Verbindungen entstanden sind, die lange nachwirken.

 

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